Der erste Schultag: Pädagogische Berufskulturen im by Sandra Rademacher

By Sandra Rademacher

Dieses Buch widmet sich dem Vergleich pädagogischer Berufskulturen in Deutschland und den united states. Im Zentrum steht dabei der erste Schultag. In der je unterschiedlichen Ausgestaltung und Durchführung dieses initialen Ereignisses zeigen sich bemerkenswerte berufskulturelle Differenzen pädagogischen Handelns. Während sich in dem deutschen Datenmaterial durchgängig das Bild einer widersprüchlichen, kritisch-distanzierten pädagogischen Berufskultur findet, verweist das amerikanische Datenmaterial auf den Modus einer in sich konsistenten, dabei aber affirmativ und bürokratisch-rational ausgerichteten pädagogischen Handlungslogik. Die Untersuchung stützt sich auf ethnographische Studien zum Ablauf und zur Gestaltung erster Schultage in Deutschland und den united states und auf die objektiv-hermeneutische Rekonstruktion ausgewählter Schulleiter- und Lehreransprachen.

Das Buch wendet sich an Pädagogen, Erziehungs- und Sozialwissenschaftler sowie an Lehrer und deren Aus- und Fortbilder.

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Die Moral der Geschichte ist also in beiden Fällen dieselbe: Man muss in die Schule gehen, um Lesen lernen zu können. Diese Moral ist in der ersten Variante eine implizite, die erst durch die zuschauenden Erstklässler ausgesprochen werden muss, während sie den Schulanfängern in der zweiten Variante der Geschichte vom Erzähler vorgetragen wird. Wie bereits im Lied „Alle Kinder lernen lesen“ beruft sich auch die vorgetragene Moral der Geschichte auf ein Globalisierungsargument. Auch das Theaterstück versucht das Lesen nicht material oder aus sich heraus zu begründen, sondern das Argument lautet: Ihr lernt lesen, weil überall auf der ganzen Welt die Kinder in der Schule das Lesen lernen.

Während der Refrain des Liedes eine Begrüßung darstellt, kündigt die erste Strophe eine Vorstellung des schulischen Lebens an – die Schulneulinge sollen erfahren, wie es in der Schule ist. Damit wird suggeriert, 33 dass erfahrene „Insassen“ die Neuen in das „Unterleben der Institution“ (Goffman) einführen. Erwartbar sind nach dieser Ankündigung ein paar Tipps und Tricks im Umgang mit einzelnen Lehrern, dem Hausmeister, mit bestimmten schulischen Anforderungen und ähnlichem. Also Auskünfte darüber, wie bestimmte Lehrer sich verhalten, wenn man zu spät kommt, bei wem man am besten und auf welche Weise mogeln kann, bei welchen Aufsichtslehrern man sich welche Fehltritte erlauben darf und vieles mehr.

Dieser kurzen und wenig feierlichen Begrüßung folgt eine Beschreibung dessen, was die Erstklässler gerade tun. Allein die Erwähnung kommt einer Disziplinierung gleich. Dann folgt der Versuch einer Konkretisierung – die Rednerin begrüßt zunächst einmal alle Erwachsenen: ich begrüße ganz herzlich die Erwachsenen da, die Mütter, die Väter, die Tanten, die Onkels, die Großväter, Großmütter, alle Freunde und Bekannte. Die Adressierungen der Erwachsenen sind allesamt relational und zeigen an, in welcher Beziehung die Angesprochenen zu den Erstklässlern stehen.

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